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Marco Paul Schott


Zum Autor

Das Problem der Identität ist, dass man sie sich als das Ergebnis einer Vergangenheit vorstellt. Dann gibt man sich viel Mühe, ihre Ecken zu schleifen und die Kanten zu schärfen will man originell sein oder man sagt einfach nichts Bewegendes, nichts wirklich Anstößiges. Geht es nach dem Status Quo, stellt man sein Denken ein und lächelt dabei dämlich, spricht wirres Zeug und lässt sich auf die Schultern klopfen. Kurz, man passt sich an und wird unsichtbar wie eine Flunder.
Sogar der Zynismus ist mittlerweile Salonfähig. Was ist die Identität? Zweifellos kann man ihre Existenz nicht leugnen genauso wenig die Vergangenheit als einen dazu beitragenden Faktor. Ist es ein Zufall, dass flächendeckende Unternehmungen stattfinden, die viel versprechende Selbsterfahrungs-, Selbstheilungs- Selbstfindungsworshops bei Schamanen, Rückführern, Indischen Meistern, Hausfrauen, Würdenträgern, Agenten usw. anbieten? Wäre das Elend der Identität nur halb so groß, wäre der Spannungsbogen einfach zu gering und man würde sein Geld lieber in Marschmelongs, Swimmingpools und herumplanschende Gummienten investieren oder man sieht seinen Spaß darin seine Zeit einer Solarzellen-Forschungsanlagen zu widmen.
Aber die Realität macht irgendwie einen anderen Eindruck. Man erahnt so oder verspürt zumindest den Wunsch etwas tun zu müssen. Instinktiv weiß man, dass man vielleicht besser dran wäre, könnte man etwas Wirksames gegen all diesen Irrsinn tun, statt von der Unmenge an Angeboten erschlagen auf einem Sofa zu verrotten. Irgendwie hält man es gerade noch aus um nicht gleich das Handtuch zu werfen und trotzdem - wenn es um das seltsame Thema Identität geht scheint keine Mühe groß genug zu erscheinen. Die Vorlagen des öffentlichen Lebens tauchen in eine entrückte Matrix ab - weit jenseits des Erreichbaren - dennoch kann man nicht anders als ihnen mehr oder weniger zu folgen. Dieses Ding - nicht mehr als die Aneinanderreihung von gesellschaftlich-relevanter-halbwerts-Ereignissen - Kindergarten, Abi, Diplom, Heirat und so weiter und so fort es kümmert eigentlich niemanden? Dennoch wird hartnäckig daran fest gehalten. Als würde man sofort ertrinken gäbe man diese Sache auf - vielleicht ertrinkt man ja wirklich wenn man diese Standart Identität über Bord werfen und sich stattdessen neu erfinden würde - einfach etwas weniger ängstlich wäre doch schön oder?

von http://www.fernschreiber.com/autor/


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