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Gretes Geschichte


von Christian Wernersson
DIN A 5, ca. 96 Seiten.
Preis: 9.90 Euro
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Leseprobe aus "Gretes Geschichte":


Und dann bat man Grete hinzu. Sie setzte sich und schob gleich zwei der bereitgestellten Butterkekse in den Mund. Zwar knirschte das Gebäck beim Kauen, aber Grete konnte doch noch halb mithören, dass der Kerl mit Pastorenstimme das Wort an sie richtete und sich dabei leicht nach vorne beugte, als spräche er mit einer Schwachsinnigen. Warum sie denn nicht ins Heim gehe? Da sei es schön warm und es sei immer jemand da. Falls etwas passiere. Nette Nachbarn hätten den Hinweis gegeben. Im Grünen könne sie da wohnen. Mit vielen anderen Alten. Es gebe sogar Seniorenturnen und Dia-Abende. Und Andachten für die Toten und Häkelgruppen und Verwandtenbesuche und Haltestangen und Fahrstühle und Rollstühle...Grete versank im Sessel und Annegret schwoll heftig der Kamm. Und als der Beamtete auch noch behauptete, das sei kein Abschieben, jeder wolle doch nur ihr Bestes und so sei nun mal die Gesellschaft, Annegret müsse auch an sich denken – da ergriff Annegret die Kaffeetasse und das Wort und beherrschte fortan die Szenerie wie nie dagewesen und so, dass der werte Herr nur noch schluckte, aber ohne etwas zu essen. Was ihm denn dummdreist einfalle, so einen gehässigen Unfug zu verzapfen? Wer er denn sei und wer sei denn eigentlich die Gesellschaft? Das seien doch wir alle, jeder und jede Einzelne, und die dürften gefälligst selber entscheiden, ob sie mitmenschlich oder egoistisch miteinander umgingen, egal welchem absurden Trend die Mehrheit auch hinterherlaufe! Sie, Annegret, lasse sich nicht in diesen Topf werfen und handele nach ihren ureigenen und gesunden Instinkten und Grundsätzen, die sie übrigens, na Gottseidank, von ihrer Mutter vorgelebt bekommen habe! Man wisse doch, in diesen Heimen werde zielsicher zu Tode gepflegt! Die Alten lägen sich wund im eigenen Saft. Mit eingewachsenen gelben Fußnägeln säßen sie apathisch herum, umzingelt von Sadisten und anderen Alten, wackelten mit dem Kopf der langsamen Verblödung entgegen, abgespeist mit Schweinefraß, ruhiggestellt mit Tabletten! Ein Massenbetrieb ohne Herz und Hirn, eine Schande für die Gesellschaft, die sogenannte! Er solle sich was schämen, schon auch nur schüchtern anzufragen und einen solchen Vorschlag zu unterbreiten, sei eine Beleidigung ohnegleichen für sie! Annegret schlug auf den Tisch, dass die Teelöffel auf den Tellern tanzten. Was sei er doch für eine traurige, bedauernswerte Aktenleiche, eine Kreatur, ein lächerlicher Vertreter einer Ekel erregenden Unkultur, und werde hoffentlich nicht eines Tages selber in einer seiner verdammten Irrenanstalten bis zum endlichen Verrecken menschenunwürdig dahinvegetieren. Wenn aber doch, dann solle er sich schmerzhaft und gefälligst gern an diesen Tag erinnern und tiefe Schmach darüber empfinden, dass er die Frechheit besessen hatte, auch nur zu denken, sie könne auch nur im Entferntesten daran denken, so etwas zu tun. Ihre Mutter im Stich zu lassen!

Der Herr kam also nicht mehr zu Worte und war daherinnen höchst überflüssig geworden. Grete hatte derweilen nur so dagesessen.



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Rezensionen


Rezension von Michael:


Um uns(und auch jüngere Kinder)stark zu machen, mit Demenz tabuloser umzugehen, habe ich ein richtig gutes Buch gefunden. Ich war total begeistert. Der Autor schafft es, den Bogen weit zu spannen - nach dem Lesen weiß man, was Demenz bedeutet, und gleichzeitig begreift auch jedes Kind, dass wir unsere Alten nicht allein lassen und abschieben dürfen, manchmal aber müssen. Aber bitte in gute Hände. Erwachsene und Kinder sind am Ende ganz nachdenklich, wenn sie’s gelesen haben. Man bekommt Informationen und gleichzeitig macht es Spaß, das Buch zu lesen, es gibt ulkige, groteske und tragische Momente, die mir echt die Augen geöffnet haben. Absolut gute Unterhaltung mit sozialem Anspruch, nicht zu lang, einfach vom Feinsten, auch das Talent des Autors, Worte zu wählen. Unbedingt besorgen und auch den Kindern zu lesen geben!!

Diese Rezension fanden 1 von 1 Leser hilfreich.

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Rezension von Andreas:


Ich habe das Buch gelesen und ich bereue es nicht. Trotz der manchmal recht deprimierenden Fakten, die erzählt werden, hat es nichts Larmoyantes an sich und ist keineswegs fatalistisch. Das liegt am Erzählton, den ich wohltuend und angemessen finde, wobei er die Ernsthaftigkeit des Geschehens nicht ins Lächerliche zieht. Altersdemenz ist ja, wie ich es aus meiner subjektiven Sicht beurteile, dabei, das Tabu-Ghetto zu verlassen. Dieses Buch könnte einen guten Beitrag hierzu leisten.

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