like uns bei Facebook
Warenkorb | zur Kasse
NeuerscheinungenromanFantasyBelletristikKurzgeschichtenLyrikMarktEdition

 

zurück - Leseprobe - Rezensionen - weitere Bücher von Teddy Matthau


ISBN 978-3-940640-59-8

Eigenartige Geschichten


von Teddy Matthau
Taschenbuch, ca. 202 Seiten.
Preis: 9.90 Euro
*inkl. Mwst. zzgl. Versandkosten
Ab einem Warenwert von EURO 50,00 versenden wir innerhalb Deutschlands und EU versandkostenfrei!

Widerrufsbelehrung

Anzahl:            

Durchschnittliche Bewertung: 5



Leseprobe aus "Eigenartige Geschichten":

 

Wir lernen Polnisch

Kapitel 1

Auffälligstes Merkmal des polnischen Deutsch ist das Fehlen der Artikel. Die Zusammenhänge erklären sich meist von selbst. Man sagt einfach
Heute ist schöner Tag! Huhn legt Ei. oder Letzten beißen Hunde.
Versuchen Sie jetzt selbst einige Sätze zu formulieren, die Sie im alltäglichen Leben gebrauchen können, zum Beispiel:
Chef, hier sind Unterlagen! oder Liebling, wo ist Bier?
Diese Sätze wirken auf den ersten Blick etwas ungehobelt, dabei ist es doch erstaunlich, dass man Sprache so leicht vereinfachen kann ohne dass Verständigung leidet. Üben Sie täglich, wenn Sie polnische Seele verstehen wollen!

Kapitel 2

Auch Konjugation von Verben ermöglicht es Polen, starke Vereinfachung herbei zu führen ohne dass Verständlichkeit leidet. Personalpronomen ich, du, er usw. existieren zwar im Polnischen, werden jedoch nur zur Betonung gebraucht, da Person schon in Verbform enthalten ist. Man sagt also:
Heute komme später nach Hause oder Kannst mir sagen wie spät ist?
Auch neue Sätze aus Kapitel 2 sollten in tägliches Leben übernehmen damit richtig in tiefe polnische Seele eintauchen können. Können üben mit Freunden und Nachbarn:
Gehen heute einkaufen. Braucht was? Können Euch mitbringen Nudeln. 
Beispiel zeigt, dass wichtiges Objekt Euch bleibt erhalten. Wie vermeiden Irrtümer, lernen im nächsten Kapitel. Kommen noch mehr polnische Vereinfachungen in deutsche Sprache. Können gespannt sein.

Kapitel 3

Im Deutschen existiert feste Regel für Satzbau. Im Polnischen ist nicht wichtig Satzbau. Man kann ändern, wie schön sich anhört oder ist sinnvoll zum Verstehen. Passen auf:
Grażyna weiß, dass auf Schrank liegt Huhn, was gestern ist gestorben.
Verstehen, warum nicht heißt dass liegt Huhn auf Schrank? Richtig! Weil dann könnte bedeuten, dass gestorben ist Schrank. Und Huhn immer noch liegt auf totem Schrank. ....
 
 

Beim Bäcker

Nach langer Zeit war heute morgen endlich mal wieder Sonne auf meinem Balkon. Also deckte ich den Tisch und bereitete alles für ein gemütliches Frühstück vor. Meine Schrippen wollte ich bei meiner Lieblingsbäckerei Schweinsdecke holen, weil sie da am knusprigsten sind. Die Schlange war recht lang, aber es schien zügig vorwärts zu gehen, obwohl nur eine Verkäuferin im Laden war. „Zwei Schrippen bitte!“ sagte ich, als ich an der Reihe war.
„Entschuldigung, aber ich glaube, ich war vor Ihnen dran!“ bemerkte eine ältere Frau im großkarierten Mantel, die mir bisher nur dadurch aufgefallen war, dass sie ständig im Laden umherirrte und mit hektischem Blick jede Vitrine inspizierte.
„Ooh, das tut mir leid! Bitte sehr.“ antwortete ich artig und ging einen Schritt zurück. Jetzt stand sie also vor mir, mit gespitzten Lippen und konzentriertem Gesichtsausdruck. Auch die Bäckerin war gespannt, aber die Frau bewegte sich nicht mehr. In der Schlange hinter mir wurde es ebenfalls still. Selbst die beiden zehnjährigen Mädchen an der Tür hörten auf zu kichern.
„Sind die Vollkorn-Dinkelfladen glutenfrei?“ quakte es dann plötzlich aus ihr heraus. Ihr strenger Unterton verstärkte die Spannung im Laden noch etwas. Alle Augen richteten sich auf die Bäckerin. „Nicht völlig, aber unsere Dinkelfladen sind von Natur aus sehr glutenarm.“ Die Karierte sah sie von oben bis unten an. „Also nicht!“ zischte sie. Dann war es wieder still. „Die toskanische Zwölfkorn-Kümmelstange...“ begann sie einen neuen Satz, den sie jedoch nicht vollendete. „Ja...?“ fragte die Bäckerin vorsichtig nach. „Seit meiner Gallenblasen-OP im letzten September leide ich unter spontaner Laktose-Intoleranz.“ erläuterte sie. Ein älterer Mann mit Stock nickte mitfühlend. „Ja, ich weiß nicht. Vielleicht sollten Sie doch lieber die Sauerteig-Kartoffel-Laibchen nehmen. Die sind aus ungeschältem Bio-Haferkorn, ohne Lecithin- oder Phosphatzusätze.“
„Moment!“ mischte sich jetzt ein Schlipsträger mit grauem Bart ein. „Wenn Sie der Dame ohne medizinisches Fachwissen bestimmte Produkte empfehlen, machen Sie sich möglicherweise strafbar. Immerhin sind sie auf eine vorliegende Erkrankung hingewiesen worden. Was ist denn, wenn sie morgen durch Ihre Sauerteig-Empfehlung an Herzversagen stirbt?“ – „Wuff!“ unterstütze ein Dalmatiner diese Bemerkungen durch die kurz geöffnete Eingangstür.
 
Mit den Worten „Aber ich bitte Sie, meine Herrschaften!“ betrat jetzt ein blonder Held die Bühne. „Ich bin Kardiologe. Der Zusammenhang zwischen Koronarerkrankungen und dem maßvollen Genuss bestimmter Backwaren ist vollkommen absurd.  ...
 
 

In den Arcaden

Neulich bin ich bei Lidl raus gekommen und gleich rechts in die Apotheke. Meine Hämorrhoidensalbe war alle. „Hämorrhoiden haben wir nicht“ sagte die Frau an der Kasse. „Nehmen Sie doch Chrysanthemen!“ Etwas verwirrt sah ich mich um. Ich war tatsächlich im Blumenladen. Ich ging also noch mal raus, zurück zu Lidl. Und dann wieder nach rechts. Wieder der Blumenladen. „War hier früher mal eine Apotheke?“ fragte ich unsicher. „Nein, wir waren schon immer hier!“ Endlich, beim dritten Anlauf fiel es mir ein: Ich war in Dortmund! In Dortmund ist die Apotheke neben McPaper, genauso wie in Hildesheim. Da allerdings im ersten Stock.
Ich musste schmunzeln. So etwas ist mir lange nicht passiert. Letztes Jahr in Wien, als ich von Rossmann nicht mehr zur Toilette gefunden habe. Ich bin immer wieder im Parkhaus gelandet. Glücklicherweise war es nicht so voll. Erst später ist mir eingefallen, dass Rossmann in Wien ja am anderen Ende ist, neben H&M. Das gibt es sonst nur in Barcelona und Dinslaken. In Barcelona ist aber Aldi statt Lidl und die Waschbecken auf der Toilette hängen links.
Aldi ist mir sowieso seit einiger Zeit etwas suspekt. Die haben jetzt das komplette Nudelregal umgestellt. Das ist jetzt gegenüber vom Kaffee. Und warum das Ganze? Nur damit man noch mal durch den Schokoladengang muss, wenn man sich nicht durch die Schlange an Kasse 2 drängeln will. Wenn ich in Krakau bin, kaufe ich die Nudeln sowieso lieber bei Kaufland, weil es da die gewalzten Bandnudeln mit Ei auch von einer Billigmarke gibt. ....

 



Hat Ihnen gefallen was Sie bisher gelesen haben?


Dann bestellen Sie das vollständige Buch hier exklusiv gedruckt und gebunden:

Anzahl:       

Seitenanfang

Rezensionen


Dieses Buch rezensieren

Dieses Buch bestellen

zurück

Seitenanfang


Weitere Bücher von Teddy Matthau im Literaturdepot:

                            

Seitenanfang


Impressum