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ISBN 978-3-940640-08-6

Boku no Koibito


von Nicole Zimmermann
DIN A 5, ca. 200 Seiten.
Preis: 14.90 Euro
*inkl. Mwst. zzgl. Versandkosten
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Buchbeschreibung:

,,Boku no Koibito" (dt.,,Mein Geliebter") befasst sich mit dem Thema gleichgeschlechtlicher Liebe. In den 14 Kurzgeschichten ist von Fantasy über Drama bis hin zu reellen Begebenheiten alles vorhanden und lässt keine Wünsche offen. Die Mottos der beiden Autorinnen spiegeln sich auch in ihren Erzählungen wider: ,,Menschen sind gleichberechtigt und frei in der Wahl ihrer Liebe!" und "Verleihe deiner Fantasie Ausdruck und lasse dir von niemandem reinreden!"
So unterschiedlich die einzelnen Geschichten auch sein mögen, alle haben eines Gemeinsam: ein Happy End!

Viel Spaß beim Lesen!

Leseprobe "Boku no Koibito"

Eigentlich ist es gar nicht meine Art, so etwas zu tun, aber mein Arzt hat mir nun einmal empfohlen, mir ein Hobby zu suchen, bei dem ich meine bisher unterdrückten Gefühle zum Ausdruck bringen könnte. Ich arbeite wie viele andere auch in einem Bürotrakt im Zentrum Manhattans, komme immer eine halbe Stunde eher und gehe jeden Tag auch meist eine halbe Stunde oder später wieder nach Hause. Nie beschwere ich mich und bin auch sonst recht unproblematisch, was aber ziemlich oft dazu führt, dass man mich ausnutzt. Kollegen schieben mir ihre Arbeiten zu und die Vorgesetzten lassen ihre schlechte Laune an mir aus. Die Überstunden bekomme meist ich aufgebrummt und wo es nur geht, nutzt man mich aus. Doch anstatt mich darüber zu beschweren, schweige ich und fresse alles in mich hinein. Nun habe ich ein Magengeschwür und reichlich Schlafmangel obendrein zu verbuchen. Mein Arzt hat nur den Kopf geschüttelt und mir mit einem geradezu väterlichen Lächeln geraten, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Er meinte, dass es so nicht weitergehen könne, ohne, dass ich ernsthaften Schaden davontragen würde. Schon seit Jahren ist er mein Hausarzt und er kennt mich besser, als mir manchmal lieb ist, daher werde ich auch versuchen, seinem Rat zu folgen. Das ist aber leichter gesagt, als getan. Wofür interessiere ich mich denn überhaupt? Wenn ich morgens aufwache, lese ich nicht einmal die Zeitung, sondern mache mich gleich für die Arbeit zurecht, esse schnell etwas und dann mache ich mich schon auf den Weg zum Büro. Es liegt ja auch nur einige Häuserblocks entfernt und so gehe ich zu Fuß. Jeden Tag arbeite ich meine acht Stunden ab, meistens auch mehr und danach kehre ich nach Hause zurück, esse wieder eine Kleinigkeit, bade und gehe dann auch ziemlich früh ins Bett. Hin und wieder sehe ich ein wenig fern oder lese das Buch weiter, an dem ich mich nun sage und schreibe über ein halbes Jahr aufhalte und dabei ist es nicht einmal sehr dick. Wenn man so will, dann dreht sich mein Leben schlicht und einfach nur um meine Arbeit. Etwas Abwechslung würde mir in der Tat gut tun. Doch was macht man, wenn man nicht wirklich ein Hobby hat?

Auf dem Weg vom Arzt nach hause lasse ich mir heute besonders viel Zeit. Ich sehe mich um und versuche mir Gedanken darüber zu machen, wofür ich mich interessieren könnte. Aber das viele Grübeln nützt nicht das Geringste. Mir fällt nichts ein! Also bleibe ich stehen und betrachte mich in einem Schaufenster. Was da im Schaufenster ausgestellt ist, kümmert mich herzlich wenig.

"Wie du nur aussiehst", höre ich mich selbst sagen und betrachte mich kritisch.

Was mich da ansieht, gleicht wohl eher einem Häufchen Elend, als einem 28-jährigen Mann. Das kurze, blonde Haar steht wirr in alles Richtungen, die leuchtend grünen Augen haben jeglichen Ausdruck verloren, der Anzug ist zerknittert und die Schuhe schmutzig. Dünn bin ich auch geworden und ich bräuchte auch mal wieder eine neue Brille. Meine ist schon alt und ich benötige schon längst eine Stärkere. Den Fleck vom Kaffee während der Mittagspause konnte ich zwar unter dem Jackett verbergen, aber trotzdem ist er noch da. Das kommt eben davon, wenn man obendrein nicht nur hektisch, sondern auch noch schusselig ist! Kein Wunder, dass ich niemanden finde, der ernsthaft eine Beziehung mit mir anfangen möchte und auch, dass man mich auf der Arbeit nie ernst nimmt und immerzu ausnutzt. `Eric tu dies, Eric tu das…´

Ich kann es schon gar nicht mehr hören, aber sich jetzt hier darüber aufzuregen, bringt nicht das Geringste. Wie wäre es denn mit Boxen? Nein, da würde ich nur Dresche kassieren, so schmächtig wie ich bin! Malen vielleicht? Nö, zu langweilig! Nein, es muss etwas sein, wo ich meinen ganzen Stress abbauen kann und möglichst heil davonkomme! Lärm von der gegenüberliegenden Straßenseite unterbrach mich in meinen Gedanken und ich schaue hinüber, um zu sehen, was da vor sich geht. Eine Gruppe gut gelaunter Männer und Frauen versammelt sich da gerade vor einem Gebäude. Bei genauerer Betrachtung fällt mir das grelle Neoschild über Tür auf, auf welchem in tiefem Blau zu lesen war: Obsession. Hm, was das wohl für ein Club sein mag? Scheint recht beliebt zu sein. Na ja, vielleicht finde ich da ja etwas Interessantes! Und schon habe ich die Straße überquert und stehe davor. Der Türsteher mustert mich ernst, dann grinst er und meldet sich mit einer extrem tiefen Stimme:

"Na Kleiner, willst wohl auch mal Stress ablassen?"

Genau das habe ich im Sinn und so fragt ich den dunkel gekleideten Hünen:

"Und da drin kann ich das?"

"So ist es", meint er und schiebt seine Sonnenbrille etwas von der Nase.



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